[Rezension] Nina LaCour - The Disenchantments

captain cow | Mittwoch, 9. Oktober 2013 | / / |
YA Contemporary - goodreads
Hardcover, 307 Seiten; Dutton Children's Books
Colby and Bev have a long-standing pact: graduate, hit the road with Bev's band, and then spend the year wandering around Europe. But moments after the tour kicks off, Bev makes a shocking announcement: she's abandoning their plans - and Colby - to start college in the fall.
But the show must go on and The Disenchantments weave through the Pacific Northwest, playing in small towns and dingy venues, while roadie- Colby struggles to deal with Bev's already-growing distance and the most important question of all: what's next?
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Roadtripbücher üben eine kleine Faszination auf mich aus. Das liegt wahrscheinlich daran, dass durch das ständige Zusammensitzen der Figuren im Auto ziemlich viel Gutes und Schlechtes in kürzester Zeit passieren kann. Die Zeit verschwimmt ein bisschen, weil sie so viel erleben, verschiedenste Orte eines Landes abklappern und neue Leute treffen. „The Disenchantments“ musste daher natürlich her; mal ganz abgesehen davon, dass die Protagonisten in dem Buch gerade mit der Schule fertig geworden sind und sich alle Möglichkeiten vor ihnen auftun. So etwas lese ich ja besonders gerne – und siehe da, auch hier wurde ich wieder nicht enttäuscht!

Anfangs machte sich bei mir jedoch erst einmal Verwirrung breit – fälschlicherweise hatte ich angenommen, die Hauptfigur Colby sei ein Mädchen. Ist aber nicht so. Kurze Umorientierung, dann ging es munter weiter. Mir ist Colby richtig schnell ans Herz gewachsen; er ist ein toller Typ, mit dem ich auch gerne befreundet wäre. Er ist ziemlich rücksichtsvoll, nur manchmal sollte er seine Gedanken einfach aussprechen, anstatt sie für sich zu behalten – um sich einige Probleme zu ersparen. Aber gerade das macht ihn auch total menschlich. Die anderen Figuren haben auch ihre unschönen Eigenschaften – allen voran Bev, Colbys beste Freundin, mit der er sich in dem Buch ziemlich streitet. Zusammengepresst in ihrem Tourbus müssen Colby und die drei Mädels einiges durchstehen, aber dabei entstehen Dynamiken, die ganz wunderbar zu beobachten sind.

Abgesehen von den realistischen Figuren, sind auch die Themen ziemlich toll ausgewählt und beschrieben. Es geht nicht nur darum, dass Colby nicht weiß, was er mit seinem Leben anfangen möchte – auch Beziehungen zu Eltern und Freunden werden thematisiert und wie man vom einen Moment auf den anderen diese Beziehungen in einem anderen Licht sehen kann. Zweifel kommen da ganz besonders ins Spiel; ob nicht alles nur Trug und Schein ist und man die ganze Zeit in einer kleinen Traumblase gewohnt hat.

Das klingt alles ein bisschen, als wären die Themen vor allem negativ, aber es geht eben auch darum, wie man damit umgeht; wie man sein Leben so leben kann, wie man es will; um Freundschaften, um Liebe, um Träume und Lebensziele, um Musik und um Kunst. Die letzten beiden Punkte sind durch das ganze Buch besonders dadurch zu spüren, dass es so „artsy“ angehaucht ist. Ich liebe es ja, wenn Protagonisten in irgendeiner Weise kreativ tätig sind und sich das auch in ihrer Wahrnehmung widerspiegelt. Auch hier war das wieder so; Colby ist ziemlich aufmerksam und immer wieder werden Namen oder Kunstwerke genannt, die er mit irgendeiner Situation verbindet. Glücklicherweise ist das nicht nur dämliches „Name-dropping“, sondern es verleiht dem Roman eine besondere Atmosphäre.

Stilistisch wird diese Stimmung auch aufgefangen – Jugendsprache und präzise Formulierungen, die viele sonst so schwer beschreibbaren Gefühle wunderbar auf den Punkt bringen. Ein turbulenter Roadtrip, der genau den richtigen Ton trifft und nicht zu dramatisch, aber auch nicht langweilig ist. Sommerlich und voller Kunst, Musik und Gefühle. Unbedingt lesen!

Kommentare:

  1. Wird sich für den nächsten Sommer auf jeden Fall gemerkt. :) Bei dem momentanen Wetter fehlt mir die Lust, Roadtripbücher zu lesen.. >.<

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    1. Sehr gut :D
      Kann ich verstehen, momentan passt das einfach nicht. Aber das wird ja auch wieder anders :)

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  2. Hi, ich hab deinen Blog gerade entdeckt und finde es total cool, dass du englische Bücher rezensierst.
    Magst du auch bei mir vorbeischauen? Ich würde mich total freuen: http://planet-der-buecher.blogspot.de/?m=1
    LG
    Krypta

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