[Rezension] Courtney Summers - Cracked Up To Be

captain cow | Samstag, 20. Juli 2013 | / |



Titel: "Cracked Up To Be"
Autorin: Courtney Summers
Auf Deutsch: -
Reihe: -
Genre: Contemporary Young Adult
Seitenzahl: 214
Erscheinungsdatum: Dezember 2008
Format: Taschenbuch // St Martin's Griffin
Wohltäter: Der Kapitän


When "Perfect" Parker Fadley starts drinking at school and failing her classes, all of St. Peter's High goes on alert. How has the cheerleading captain, girlfriend of the most popular guy in school, consummate teacher's pet, and future valedictorian fallen so far from grace?
Parker doesn't want to talk about it. She'd just like to be left alone, to disappear, to be ignored. But her parents have placed her on suicide watch and her conselors are demanding the truth. Worse, there's a nice guy falling in love with her and he's making her feel things again when she'd really rather not be feeling anything at all.
Nobody would have guessed she'd turn out like this. But nobody knows the truth.
Something horrible has happened, and it just might be her fault.






Arrogant, direkt, klugscheißerisch, unfreundlich, manipulativ – das ist Parker. Sie macht sich keinen Kopf darum, was die Leute von ihr denken, solange ihr Plan aufgeht: Sie von sich wegzuschieben. Keinen zu nah an sich heranzulassen. Dabei war sie vor ein paar Monaten noch die Perfektionistin schlechthin, Cheerleader-Kapitänin mit einem tollen Freund und super Schulnoten. Bis etwas passierte – und sie mit dem Trinken anfing und eine 180-Grad-Wendung hinlegte.

Als Leser weiß man nicht, was mit Parker geschehen ist. Die Handlung geht irgendwann mitten in der Schule los, bei einer Unterhaltung mit ihrem Ex, Chris. Man wird direkt in die Situation hineingeworfen, erlebt Parker von ihrer schlechtesten Seite und drängt sich mit ihr durch die überfüllten High-School-Flure. Mutiger Einstieg, denn mit Parkers Art muss man erst einmal klarkommen. Ich fand es amüsant, wie herablassend und arrogant sie sich verhalten hat, doch ich denke, bei anderen Lesern könnte das problematisch werden. Denn Parker wird nicht einfacher – sie verhält sich weiterhin gemein und stößt die Leute von sich, sodass sich die 200 Seiten viel, viel länger anfühlen, weil man ziemliches Mitleid mit den anderen bekommt und ihr Verhalten manchmal gar nicht wahrhaben will. Im wirklichen Leben wüsste ich nicht, wie ich mich Parker gegenüber verhalten sollte, deshalb finde ich es bewundernswert, wie hartnäclig und stark Chris, Jake (der Neue an der Schule, der an Parker interessiert ist) und selbst Becky (eine Cheerleaderin, mit der Parker nie richtig befreundet war, doch die sich trotzdem um sie kümmert) bleiben.

Dennoch war mir Parker niemals wirklich unsympathisch. Einerseits ist da das geheimnisvolle Ereignis, auf dessen Auflösung man lange, lange warten muss, das die Spannung ankurbelt. Die Geschichte wird zwar aus ihrer Perspektive erzählt und man bekommt ihre Gedanken mit, aber immer nur in dem Moment. Rückblicke gibt es kaum, sodass man trotzdem das Gefühl hat, Parker nur oberflächlich kennen zu lernen. Um wirklich mehr zu erfahren, muss man auf ihr Verhalten und ihre Reaktionen achten. Andererseits wird Parker sehr authentisch dargestellt, sodass ich unbedingt wissen wollte, was nun mit ihr passiert. Nach einer Weile begreift man, wie verletzlich und unsicher sie wirklich ist, was sie nur noch greifbarer macht.

Wirklich gut getroffen ist auch der Erzählstil. Während der Lektüre bezweifelte ich an keiner Stelle, dass Parker mir die Geschichte erzählte. Umgangssprache und Ausdrücke tauchen sehr oft auf, vieles wird sehr direkt und schnörkellos beschrieben.

„She’s superineffectual. I don’t see the point of being a guidance counselor in high school if you can’t have a gun. If you want a teenager to be open and especially if you want them to be honest, a gun to their head’s probably the best bet. It doesn’t matter, anyway. I decide to mess with her.” (p. 18)

Die Handlung wird besonders durch Parkers Entwicklung und die ihrer Mitmenschen vorangetrieben. Das fand ich ziemlich glaubwürdig. Ich fühlte mich die ganze Zeit über aber mehr wie ein Beobachter, weil man eben nicht weiß, was vorgefallen ist. Vielleicht konnte ich mich deshalb so gut mit Jake identifizieren, der erst vor kurzem an die Schule gekommen ist und dementsprechend genauso unwissend ist, aber trotzdem fasziniert von Parker ist.

Achtung Spoiler :
Das Ende fand ich dann ziemlich beeindruckend. Ich fand es furchtbar schwer zu beurteilen, ob Parker nun auch schuldig ist oder nicht. Irgendwie ist sie es, weil sie eben nichts gesagt hat und sie Jessie vielleicht wirklich hätte retten können, andererseits war sie betrunken und schockiert und in so einer Situation übernimmt der Körper einfach die Kontrolle und macht dann vielleicht genau das falsche.

Ich fand es jedenfalls sehr gut gelöst von der Autorin, dass die große Offenbarung erst am Ende des Buchs kommt und man sich als Leser selbst Gedanken machen kann und einem nichts vorgegeben wird.




„Cracked Up To Be“ ist kein einfaches, aber ein ziemlich tolles, tiefgründiges und beeindruckendes Buch. Trotz der schwierigen Hauptfigur hat mir die Lektüre Spaß gemacht. Auf Courtney Summers‘ andere Bücher bin ich jetzt noch gespannter – hoffentlich sind die genauso ungewöhnlich und vielschichtig wie dieses hier.


Kommentare:

  1. Eine sehr schöne Rezension! Klingt nach einem tollen Buch, das vielleicht auch mal anders ist als die meistens Contemporary Romane.
    Ist die Sprache gut verständlich oder eher schwieriger? Würde mich freuen, wenn du bei den Rezensionen zu englischen Bücher kurz was über das Sprachniveau sagen könntest, mir würde das sehr helfen! :-)

    LG Sophia

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    1. Jaa, es ist auf jeden Fall anders als die meisten Contemporary-Romane.
      Danke für den Vorschlag :) Ich hab mir darüber auch schon oft Gedanken gemacht, muss aber ehrlich sagen, dass ich das total schwer einschätzen kann. Auf Englisch zu lesen ist für mich fast genauso wie auf Deutsch zu lesen, sodass ich da was das Vokabular, etc. anbelangt nur selten hilfreiche Dinge sagen kann. Tut mir Leid :/
      Hier würde ich das Niveau als einfach bezeichnen, weil es halt auch umgangssprachlich und recht simpel geschrieben ist.
      LG

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    2. Okay, das ist natürlich verständlich. Wusste nicht, dass du so gut Englisch sprichst/verstehst :-) Trotzdem danke für den tollen Tipp, ich denke, ich werde es mir einfach mal bestellen und ausprobieren.

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  2. Freut mich, dass es dir gefallen hat :) Ich fands auch ganz großartig und bin immer wieder überrascht, was für Geschichten sie in so vergleichweise wenig Seiten packt.

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    1. Jaa. Als das Buch ankam, dachte ich mir auch erstmal "Was für'n dünner Lappen", aber irgendwie ist die Länge genau richtig für die Geschichte. Echt faszinierend, muss jetzt unbedingt mal mehr von ihr lesen!

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