[Rezension] Deborah Harkness - Shadow of Night

grass-harp | Dienstag, 5. März 2013 | / |
A C H T U N G !
Zweiter Band einer Reihe - enhält Spoiler!


Titel: "Shadow of Night"
Autorin: Deborah Harkness
Deutscher Titel: "Wo die Nacht beginnt"
Reihe: All Souls Trilogy #2 (Review Teil 1)
Genre: Contemporary YA
Seitenzahl: 444
Erscheinungsdatum: April 2007
Verlag: Headline
Format: Paperback
Wohltäter: Eine Schildkröte

Historian Diana Bishop, descended from a line of powerful witches, and long-lived vampire Matthew Clairmont have broken the laws dividing creatures. When Diana discovered a significant alchemical manuscript in the Bodleian Library,she sparked a struggle in which she became bound to Matthew. Now the fragile coexistence of witches, daemons, vampires and humans is dangerously threatened.
Seeking safety, Diana and Matthew travel back in time to London, 1590. But they soon realise that the past may not provide a haven. Reclaiming his former identity as poet and spy for Queen Elizabeth, the vampire falls back in with a group of radicals known as the School of Night. Many are unruly daemons, the creative minds of the age, including playwright Christopher Marlowe and mathematician Thomas Harriot.
Together Matthew and Diana scour Tudor London for the elusive manuscript Ashmole 782, and search for the witch who will teach Diana how to control her remarkable powers...






Deborah Harkness‘ „A Discovery of Witches“ hatte mich beeindruckt zurückgelassen – dennoch hatte ich neben der vielen positiven Aspekte auch ein bisschen was zu mäkeln. Besonders die Figuren erschienen mir manchmal etwas zu glattgeschliffen. Dennoch konnte ich nicht umhin gespannt auf den zweiten Teil zu warten. Der widerum hat mich noch stärker überzeugt als sein Vorgänger.

Am Ende des ersten Bandes reisen Matthew und Diana in die Vergangenheit; genauer gesagt ins England des 16. Jahrhunderts. Shakespeares Zeit ist das, aber auch jene, in der Queen Elizabeth regiert, in der Katholiken und Protestanten sich in Europa blutige Schlachten liefern und Hexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Aber auch eine Zeit, in der magisches Wissen noch zahlreicher ist und die Grenze zwischen dem Natürlichen und Übernatürlichen nicht so fest gezogen. Gleichermaßen herrschen allerdings auch gänzlich andere gesellschaftliche Konventionen. Allen voran die Tatsache, dass Frauen abhängig von Männern sind, keinerlei Rechte haben. Das ist für die eigensinnige und selbstständige Diana natürlich nicht ganz einfach.

Deborah Harkness stellt die Vergangenheit glaubwürdig dar – als Historikerin dieser Zeit ist das aber auch irgendwie von ihr zu erwarten. Den Figuren stellen sich dadurch andere Hindernisse, die den Plot einerseits spannender, andererseits aber auch komplexer machen. Es ist beeindruckend, wie gekonnt Harkness die Eigenheiten dieser Zeit in die Handlung einflechtet, ohne dass sich das ganze wie ein ödes Geschichtsbuch liest.

Nichtsdestotrotz tauchen auch in diesem Buch wieder Diskussionen über politische, philosophische und naturwissenschaftliche Themen auf, genauso wie minutiöse Beschreibungen historischer Gegenstände. Mich hat diese Leidenschaft für die Wissenschaft schon im ersten Teil fasziniert, sodass ich auch diese Abschnitte im zweiten Band mit offenen Armen willkommengeheißen habe. Ich hatte jedoch das Gefühl, dass diese Teile hier etwas rarer gesät sind und dafür mehr Handlung im Spiel ist, was gar nicht mal schlecht ist. Über den detailreichen Stil der Autorin entsteht dadurch eine beeindruckende Atmosphäre – schaurig-schön, bedrohlich aber auch faszinierend.

Die Figuren und die Beziehungen zwischen ihnen sind nachwievor der schwächste Aspekt. Ich mag Diana und Michael wirklich gerne; ebenso sind die vielen anderen Figuren, deren Wege sie kreuzen, sehr interessant. Allerdings hatte ich auch hier oftmals das Gefühl, dass Diana und Michael etwas zu perfekt sind. Ihre Schwächen sind eigentlich keine Schwächen – das ist ziemlich schade, weil es dieser sonst so durchdachte und toll konstruierte Roman gar nicht nötig hat, derartig vielseitig begabte Hauptfiguren zu porträtieren. Ein paar mehr Macken und Fehler hätten den beiden tatsächlich nicht schlecht getan.




„Shadow of Night“ ist eine mehr als würdige Fortsetzung seines Vorgängers. Die historischen Aspekte darin sind authentisch, der Plot gut und spannend aufgebaut und der Stil sehr atmosphärisch. Einzig bei den Figuren hat sich Deborah Harkness nicht viel verbessert – noch immer hat die Hauptfigur Mary-Sue-ähnliche Züge. Das kommt dem Lesevergnügen aber zum Glück nur selten in die Quere.


Kommentare:

  1. Gut zu hören, dass dir die Fortsetzung trotz Schwächen gut gefallen hat! Ich fange jetzt bald mit der deutschen Version an, zur Belohnung nach den Prüfungen und freue mich schon total darauf ♥

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    1. Dann hoffe ich mal, dass die Übersetzung gut ist und dich der zweite Teil nicht enttäuschen wird :D Viel Spaß, bin mal gespannt, was du dazu zu sagen hast!

      LG

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