[Paper Snippets] 3 Kurzrezensionen

captain cow | Donnerstag, 21. Februar 2013 | / / |
... diesmal als kleines Australien Special mit Paige Toon, Jaclyn Moriarty und Kate Morton.

[Paper Snippets] sind Kurzrezensionen, die ich zu Romanen schreibe, über die ich nicht allzu viel zu sagen habe. Manchmal fehlen einem einfach die Worte, man hat nicht viel auszusetzen oder einfach keine Lust auf eine ausführliche Rezension.

Paige Toon - "Lucy in the Sky"


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Chic Lit – das ist ja eigentlich gar nicht so mein Ding. „Lucy in the Sky“ wurde aber vielfach gelobt, dass ich es mit dem Buch auch einmal wagen wollte. Vor allem, weil ich von Australien total fasziniert bin und immer wieder gerne Bücher lese, die dort spielen.
Anfangs hatte ich massive Probleme mit der Protagonistin und hätte das Buch fast abgebrochen. Sie ist zickig, herablassend, uneinsichtig, egozentrisch und total unfreundlich. Ich hätte sie am liebsten aus dem Buch gezerrt und einmal ordentlich durchgeschüttelt, aber sowas geht ja leider nicht. Glücklicherweise stellt sich schnell heraus, dass diese Art eher an der Situation ist und Lucy sich nicht immer so verhält. Ab da ging es dann auch bergauf – die Rückkehr in ihre Heimat Australien, das Wiedersehen mit den besten Freundin und die ersten Treffen mit dem süßen Surfer. Anders erwartet man es von diesem Buch nicht, allerdings schreibt Paige Toon sehr mitreißend und überhaupt nicht gekünstelt oder dramatisch. Besonders gut hat es mir gefallen, dass die Entscheidung für den einen Mann und gegen den anderen hier nicht so einfach abläuft und als sehr kompliziert dargestellt wird. Allerdings nicht auf überdramatische Art und Weise – im Gegenteil; Vieles scheint sehr natürlich.
Die Figuren hätten hier und da noch etwas mehr Tiefe gebrauchen können und besonders die Mitte des Buchs zieht sich etwas in die Länge. Insgesamt war „Lucy in the Sky“ für mich aber ein unterhaltsames, lustiges und ab und zu auch trauriges Leseerlebnis, das mich auf die weiteren Bücher der Autorin neugierig gemacht und mir das Genre nähergebracht hat.



Jaclyn Moriarty - "Feeling Sorry for Celia"


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Bücher, die nur in Form von Briefen und Notizen geschrieben sind, gibt es ja noch recht wenige. Mit manchen habe ich da ganz gute, mit anderem wiederum weniger gute Erfahrungen gemacht. „Feeling Sorry for Celia“ gehört aber eindeutig zu den besten Büchern dieser Art, die ich gelesen habe. Die Stile der verschiedenen Figuren sind gut zu unterscheiden, angenehm zu lesen und transportieren die Gefühle und Gedanken optimal. Abgesehen von den Mitteilungen zwischen den Figuren gibt es aber auch noch verschiedene Clubs, die der Protagonistin Elizabeth andauernd Nachrichten schreiben. So ist da zum Beispiel der Club der Teenager, der ihre Taten immer in den Dreck zieht, der Club der Romantiker, der ihr gut zuredet, sobald etwas in dieser Richtung passiert – natürlich gibt es im Buch diese Clubs nicht wirklich, aber sie nehmen die Klischees etwas aufs Korn und stellen Elizabeths Gedanken außerhalb der Briefe sehr gut dar.
Die Figuren schienen mir alle sehr authentisch; mit kleinen, aber liebenswürdigen Macken, durch die man sehr gerne über sie liest. Zusammen mit dem lustigen Stil und dem für einen realistischen Jugendroman sehr spannenden Handlungsverlauf ergibt das eine Wahnsinnskombination. Für alle, die gerne Contemporary Young Adult Romane lesen, eine ganz klare Leseempfehlung!



Kate Morton - "Der verborgene Garten


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Ein altes Familiengeheimnis, ein verwunschener Garten in England und ein Mädchen unbekannter Herkunft in Australien – klingt ganz nach einem Schmöker, mit dem man gut kalte Winternachmittage totschlagen kann. Solche Bücher lese ich hin und wieder ganz gerne, allerdings wird das Wort „Familiengeheimnis“ auf vielen Klappentexten ermüdend oft erwähnt, sodass man selten sicher sein kann, dass es sich dabei wirklich um einen guten Schmöker handelt. Kate Mortons Roman hat mich auf den ersten 100 Seiten auch erst einmal ziemlich ermüdet. Die vielen Perspektivwechsel bewirkten, dass ich in dem Buch nicht so richtig ankam und mir Sorgen machte, ob die 600 Seiten wirklich die Mühe wert sind. Ist man aber in alle verschiedenen Zeitebenen und Erzählperspektiven eingeführt worden, findet man sich ganz gut zurecht, zumal nach und nach immer mehr Verbindungen – aber auch Fragen – entstehen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr atmosphärisch, aber leicht und angenehm zu lesen, und auch die Figuren haben ihre guten und schlechten Eigenheiten, die sie greifbar machen.
Bis auf wenige Ausnahmen fand ich das Geheimnis auch wirklich geheimnisvoll, sodass ich irgendwann begierig an den Seiten klebte und nicht mehr mit dem Lesen aufhören wollte. Besonders die märchenhafte Atmosphäre in dem verborgenen Garten und die Märchen, die immer wieder die Handlung des Buchs unterbrachen, faszinierten mich. Der anstrengende Anfang war da schon wieder völlig vergessen.
„Der verborgene Garten“ ist also perfekt für dunkle und graue Stunden im Winter, denn der Roman entführt einen auf wunderbare Art und Weise aus dem Alltag und weiß zu verzaubern.



Kommentare:

  1. Ich finde den Kategorienamen total toll und passend zu deinem Blog :)

    Vom verborgenen Garten habe ich vor einer Weile das Hörbuch versucht. Ich glaube über deine erwähnten 100 Seiten bin ich allerdings nicht hinausgekommen, das war mir einfach zu langweilig :P
    Bis zu irgendwelchen Märchen bin ich gar nicht gekommen :O Schade.

    PS. Sag mal ist das Absicht, dass die GR Buttons so verzogen sind? Wenn man sich die Bilddatei allein anguckt, stimmt alles, aber wahrscheinlich ist bei den img Attributen was nicht Proportionales eingestellt.

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    1. Das freut mich sehr :)

      Ach schade, aber ch kann das gut verstehen,das buch zieht sich echt total und macht es einem schwer, durchzuhalten.

      Mmh mit welchem browser guckst du dir das denn gerade an? Bei mir sehen sie nämlich total normal aus Oo

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    2. Verrückt, heute sieht's total normal aus o.O Ich könnte schwören gestern war das verzogen!! ^^

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    3. :S Seltsam. Aber na ja, wenns jetzt normal ist, ist ja gut :D

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  2. "Lucy in the Sky" liegt bei mir noch auf dem SuB. Schön, dass es dir gefallen hat, da kann ich mich auf das Buch freuen^^ "Feeling sorry for Celia" klingt toll, das landet gleich mal auf meiner Wunschliste :D

    LG Filo

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    1. Ui ja, viel Spaß dabei! Und lass dich von Lucys blödem Gehabe am Anfang nicht irritieren, das wird später noch besser :)

      LG

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  3. Die neue Kategorie finde ich persönlich ja spitzenklasse. Ich kenne das "Problem" auch, dass man bei einigen Büchern keine ausführlichen Rezensionen zusammen bekommt. Auf diese Weise kannst du deine Leseeindrücke trotzdem teilen, das ist toll.
    Besonders "Der verborgene Garten" würde ich ja gerne einmal lesen, auch wenn ich nicht ganz weiß, ob es etwas für mich wäre. *grübel*

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    1. Ja :D Ich hatte im Herbst schon mal einen Post mit Kurzrezensionen gemacht, aber ich glaube, in nächster Zeit wird das ein kleines bisschen öfter kommen :)
      Hmm, ich weiß auch nicht recht. Es ist ein schöner Wälzer, der einen tatsächlich ein bisschen in eine andere Welt/Zeit entführt und dort behält, was ziemlich toll ist. Aber man muss ein bisschen auf diese Art von Literatur stehen.

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