[Paper Snippet] Stephen Emond - Winter Town

grass-harp | Donnerstag, 28. Februar 2013 | / / |
Every winter, straight-laced, Ivy League bound Evan looks forward to a visit from Lucy, a childhood pal who moved away after her parent's divorce. But when Lucy arrives this year, she's changed. The former "girl next door" now has chopped dyed black hair, a nose stud, and a scowl. But Evan knows that somewhere beneath the Goth, "Old Lucy" still exists, and he's determined to find her... even if it means pissing her off.
Can opposites attract? Or does growing up mean having to grow apart?

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„Winter Town“ ist total toll gestaltet. Schon das Cover hat es mir sehr angetan, doch wenn man mal durch die Seiten blättert, wird das Buch zu einem wahren Schatz. Vor allem das war auch der Grund dafür, dass ich das Buch gekauft habe – die Inhaltsangabe klang auch interessant, ist aber lange nicht so überzeugend wie die Aufmachung.

Bei der Lektüre fand ich es nachwievor toll, dass die Geschichte von kleinen Comics und Zeichnungen durchbrochen wird. Besonders die verlassenen Straßen der Stadt bei Winter haben mir gut gefallen, denn sie strahlen so eine Leere aus. Gut passen die Zeichnungen auch, weil Ethan und Lucy – die beiden Hauptfiguren – selbst viel zeichen. Besonders Ethan kritzelt total gerne vor sich hin und die Ergebnisse bekommt man dann als Leser eben auch zu sehen. Ziemlich gute Idee.



Die Geschichte selbst hat mich leider nicht so sehr überzeugen können. Sie ist nicht schlecht, aber leider auch nichts besonderes. Mit Ethan konnte ich mich noch einigermaßen anfreunden, obwohl er auch mal ein bisschen öfter den Mund aufmachen und den Leuten sagen könnte, was er wirklich fühlt. Lucy hingegen blieb mir recht verschlossen – das war wahrscheinlich auch Sinn der Sache, aber ich konnte selbst bei den Passagen, bei denen es vorrangig um sie geht, kaum mit ihr fühlen, dazu blieb sie mir zu blass. Zu ihrem Charakter wird zwar oft etwas gesagt, aber ich hatte einfach nicht das Gefühl sie richtig zu kennen.



Die Handlung ist an sich eher ernst und der Autor beschäftigt sich mit allerlei Problemen – aber auch da hatte ich oftmals das Gefühl, dass nur an der Oberfläche gekratzt wird. Teilweise wirkte das wie vom Autor beabsichtigt, damit man sich als Leser noch mehr dazu dichten kann. Ein bisschen in die Tiefe gehen können hätte er aber hier und da doch noch.

Nichtsdestotrotz hatte ich irgendwie auch Spaß beim Lesen. Der Stil hat mir gefallen, besonders die weihnachtlich-winterliche Stimmung war toll beschrieben, sodass ich oftmals selbst das Gefühl hatte, im Wohnzimmer von Ethans Familie zu sitzen. Besonders toll fand ich dann auch immer die Anwesenheit seiner Großmutter, denn die Frau hat es wirklich drauf.



„Wintertown“ beschreibt keine außergewöhnliche Geschichte. Die Figuren sind okay, die Handlung etwas zu diffus, aber auch okay – also nichts, worüber man sich aufregen müsste. Aber eben auch nichts, was einen zutiefst berührt. Der Stil hingegen ist toll und gemeinsam mit der Gestaltung wertet er das Buch ein ganzes Stück auf. Keine Pflichtlektüre, aber schön für kalte Wintertage.

Kommentare:

  1. Hach ich mag das, wenn man auch mal das Innenleben des Buches zu sehen bekommt (v.a. wenn es da was zu sehen gibt ;). Was ich bei Büchern mit Zeichnungen immer komisch finde, ist dass die Zeichnungen fast nie fürs Cover benutzt werden. Ich meine, das Cover ist doch stilistisch ganz anders (gefällt mir z.B. viel besser als der Comicstil innen), das erweckt doch einen falschen Eindruck o.O Ist mir bei Broken schon aufgefallen.

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    1. Bei diesem Buch bot sich das ja wirklich an, mal das Innenleben zu zeigen :D
      Hmm, das stimmt schon irgendwie, ich verstehe das auch nicht recht. Dabei gefallen mir sowohl Cover als auch der Zeichenstil, aber verwirrend ist es trotzdem.
      Was für ein "Broken" meinst du? :S

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    2. Das hier, das hat auch so comicartige Zeichnungen im Buch, aber die haben mit dem Titelmotiv rein gar nichts gemeinsam.

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    3. Ah okay... Möp, das ist ja dann wirklich ein bisschen blöd, wenn es einem was Falsches vormacht :/

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  2. Wow, also von der Gestaltung sieht das Buch ja mal richtig genial aus *.* Das es vom Inhalt dann nicht ganz so toll ist, ist echt schade. Sonst hätte ich es mir sofort gekauft :P Aber tolle Rezension ;)

    LG Filo

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    1. Ja, das fand ich auch ein bisschen schade; wäre schon toll, wenn Inhalt und Gestaltung auf einem Niveau wären. Na ja... Wenigstens hat es sich trotzdem irgendwie gelohnt :)

      LG

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  3. Wow, das Buch sieht wirklich toll aus. Schon allein deswegen schreit es ja beinahe nach einem Platz im Regal!
    Schade, dass es sonst nicht besonders atemberaubend zu sein scheint. *seufz*

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    1. Ja, finde ich auch ziemlich schade. Soweit ich weiß, erscheint bald (? / ist schon erschienen ?) die Übersetzung auf Deutsch; bin ja mal gespannt, ob sie das darin beibehalten haben...

      LG

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  4. Ich finde es einfach herrlich, dass du aus Evan Ethan gemacht hast xD War das um die Beautiful Creatures Zeit rum?

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    1. Uuuuuups >_____>
      Nee, eigentlich war das vor der Beautiful Creatures Zeit xDD

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    2. Dein Unterbewusstsein wusste, was auf dich zukommt :D

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