[Rezension] Karen Thompson Walker - The Age of Miracles

grass-harp | Dienstag, 8. Januar 2013 | / / |

Titel: "The Age of Miracles"
Autorin: Karen Thompson Walker
Deutscher Titel: -
Reihe: -
Genre: Contemporary, (Post-)Apocalypse, Coming of Age, Drama
Seitenzahl: 369
Erscheinungsdatum: Juni 2012
Verlag: Simon & Schuster
Format: ARC
Preis: ab 6,99 €
ISBN: 9780857207234
Wohltäter: crini (NotizBuch Runde)

'It is never what you worry over that comes to pass in the end. The real catastrophies are always different - unimagined, unprepared for, unknown...'
What if our 24-hour day grew longer, first in minutes, then in hours, until day becomes night and night becomes day? What effect would this slowing have on the world? On the birds in the sky, the whales in the sea, the astronauts in space, and on an eleven-year-old girl, grappling with emotional changes in her own life..? [...]






Ihr kennt sicherlich diese Spielzeuge für kleine Kinder: Holzkästen, bei denen auf der Oberseite verschiedene Formen ausgeschnitten sind, durch die man Holzklötze in der jeweiligen Form schieben muss – nur dass kleine Kinder manchmal ziemlich lange brauchen, um zu erkennen, dass ein Würfel nicht durch das Loch für eine Pyramide oder eine Kugel passt. Manchmal begreifen sie das auch gar nicht.

Genauso verhält es sich mit „The Age of Miracles“ von Karen Thompson Walker. Völlig gegensetzliche Stimmungen werden hier unpassenderweise aufeinandergeworfen – Elend und Hoffnung; düstere Voraussagen, die einen immer auf das Schlimmste warten lassen, während sich der Großteil der Geschichte doch nur hinzieht wie Gummi. Da ist Julia, ein 11-jähriges Mädchen, aus deren Perspektive man „The Slowing“ – die Verlangsamung der Erdumdrehung – miterlebt. Das Konzept ist also ganz cool und auch die Umsetzung fand ich anfangs nicht schlecht. Schließlich ist es keine riesige Katastrophe, kein Endzeitszenario, das die Welt verändert, sondern nur eine kaum merkliche Verlangsamung. Kein Wunder also, dass die Konsequenzen nur an Kleinigkeiten zu merken sind. Wie die Autorin die Veränderungen in den Alltag einbaut, hat mir auch wirklich gut gefallen... nur wurde es irgendwann zu trocken.

Ein paar bombastische Geschehnisse gibt es zwar schon, doch die werden kaum als solche dargestellt. Ansonsten gibt es immer nur Cliffhanger und Andeutungen, deren Effekt aber schnell wieder verpufft, weil die Autorin wie gehabt im Schneckentempo weitermacht. Julias Umfeld wird immer herzloser, ihr Leben trostloser, sodass man sie einfach nur in den Arm nehmen möchte. Komischerweise gibt es irgendwann einen ganz besonders seltsamen Bruch – ein Umschwung von hoffnungslos zu hoffnungsvoll - , den man Julia aus vollstem Herzen wünscht. In seiner Plötzlichkeit ist er aber leider kaum nachvollziehbar.

Vor allem diese nicht miteinander zu vereinbarenden Gegensätze erschwerten mir die Lektüre erheblich. Glücklicherweise habe ich „The Age of Miracles“ aber im Rahmen von Crinis NotizBuch-Runde gelesen, sodass die Kommentare der Mitleser mich Seite um Seite motivieren konnten.

Ultimativ schlecht ist das Buch allerdings auch nicht. Besonders der Schreibstil ist im positiven Sinne sehr ungewöhnlich, denn er ähnelt einer Aufnahme mit einem Macro-Objektiv. Details – ganz gleich ob sie in der Umgebung, in Angewohnheiten von Menschen oder ihrem Äußeren zu finden ist – werden von der Autorin beleuchtet, selten aber das Gesamtbild. Das kann schon mal anstrengend werden; ich fand diese Art des Erzählens aber sehr angenehm und zur Geschichte passend.




„The Age of Miracles“ ist vor allem in seiner Trostlosigkeit und Langatmigkeit ein sehr deprimierendes Buch. Die gegensätzlichen Stimmungen passen nur schlecht zueinander, woran der atmosphärische Schreibstil auch nicht mehr viel ausrichten kann – schade, denn das interessante Konzept wurde so mehr schlecht als recht ausgeschöpft.


Kommentare:

  1. Amen. Stimme dir in allem zu, was dir sicher schon an meinen Kommentaren im Buch aufgefallen ist ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh ja, das war immer sehr amüsant :D

      Löschen
  2. Ich bin schon richtig gespannt auf eure Kommentare. Scheint ja so, als wären wir im Großen und Ganzen alle einer Meinung gewesen :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja :D Ich weiß ja nicht, wie das mit den Teilnehmern nach mir ist, aber ich denke, allgemein waren wir uns da schon einig :D

      Löschen