[Rezension] Cat Patrick - Forgotten

grass-harp | Sonntag, 9. Dezember 2012 | / |

Titel: "Forgotten"
Autorin: Cat Patrick
Originaltitel: "Forgotten"
Reihe: -
Genre: Young Adult, Romance, Urban Fantasy, Paranormal
Seitenzahl: 304
Erscheinungsdatum: September 2011
Verlag: Marion von Schröder
Format: Hardcover
Preis: 16,99 €
ISBN: 9783547711820
Wohltäter: Buchtausch

London Lane kann sich an nichts aus der Vergangenheit erinnern. Die Zukunft hingegen kennt sie. Beim Aufwachen an jedem Morgen bleibt ihr nur ein Zettel mit ihren Notizen vom Vortag.
An einem kalten Wintertag lernt London den geheimnisvollen Luke kennen. Aber begegnet sie ihm wirklich zum ersten Mal? Er ist ihr so seltsam vertraut und wird ihre große Liebe. Doch warum hat London plötzlich schreckliche Visionen von einer Beerdigung? Wird Luke sterben?

Quelle: Bild, Text





Ein Mädchen, das keine Erinnerungen hat, dafür aber die Zukunft kennt? Nichts wie her damit!, dachte ich mir, als ich das erste Mal von „Forgotten“ hörte. Es strich ein Jahr ins Land, bis ich es mir ertauschen konnte – und in der Zeit flaute meine Neugierde erheblich ab, was vor allem an einigen schlechten Rezensionen lag und der Feststellung beim kurzen Durchblättern, dass der Stil es mir nicht wirklich antun konnte. Dennoch wollte ich dem Buch noch mal eine Chance geben. Mein Fazit: „Forgotten“ ist ein Buch, das man schnell wieder vergessen kann.

Das Konzept des Buchs ist ungewöhnlich und spannend. Aber das ist schon fast das einzig positiv erwähnenswerte an dem Buch. Die Lektüre fand ich zwar nicht grottenschlecht, doch insgesamt konnte mich das Buch an keiner Stelle wirklich begeistern. Warum das so ist? Instant Love, typischer vorhersehbarer Plot, flache Figuren und ein einfacher Schreibstil. Aber das ganze möchte ich noch etwas weiter ausführen.


Den Schreibstil hatte ich bereits erwähnt – Bücher müssen für mich nicht immer auf supertolle Art und Weise erzählt sein, wenn der Rest stimmt. Cat Patricks Stil hingegen ist einfach blass und austauschbar. Die Dinge, die der Hauptfigur London passieren, konnte ich mir zwar einigermaßen vorstellen, dennoch wollte sich die Kulisse nie komplett vor meinem inneren Auge aufbauen. Was nicht zuletzt an den absolut blassen Figuren liegt. London ist – bis auf ihre ungewöhnliche Kondition – eigentlich das typische Mädchen, das einem aus hunderten (paranormalen) Jugendbüchern bereits bekannt ist. Hübsch, außergewöhnlich, etwas tollpatschig, in richtigen Momenten stur, oft einfühlsam und fälschlicherweise doch nicht von allen Menschen um sie herum geliebt. Identifizierungspotential? Gleich null. Interesse? Ebenfalls gleich null. Ihr Schwarm Luke ist da ähnlich stereotyp. Und die obligatorisch beste Freundin Jamie natürlich ebenfalls.

Die Idee des Buchs hätte wenigstens für eine ungewöhnliche und spannende Handlung sorgen können. Die Idee, Londons Notizzettel einzubauen, die sie sich jeden Abend schreibt, um sich an bestimmte Dinge zu erinnern, fand ich ziemlich gut und interessant zu lesen. Ansonsten fand ich aber auch das Konzept sehr schlecht umgesetzt. Denn die meiste Zeit geht es um Londons Alltag und ansatzweise darum, wie ihr die fehlenden Erinnerungen den erschweren. Der Alltag besteht – natürlich – hauptsächlich aus ihrer Beziehung zu Luke und der zu Jamie. Erstere ist so vorhersehbar, gewöhnlich und übereilt, dass man die vielen Seiten theoretisch überspringen könnte. Letztere hingegen bietet wenigstens etwas Konflikte und Spannung, wobei mir Londons Verhalten hier auch wieder zu gutmütig und perfekt erschien.

Der einzige Lichtpunkt war, dass London sich ab einem bestimmten Punkt fragt, wo ihr Vater ist und warum sie eigentlich unter dieser seltsamen Krankheit leidet. Die Aufklärungen an dieser Stelle waren teilweise tatsächlich überraschend – den restlichen Mist ausgleichen konnten sie aber trotzdem nicht.





„Forgotten“ sollte man schnell wieder vergessen. Austauschbare Figuren, ein blasser Stil, Instant Love und die schlechte Umsetzung der interessanten Grundidee machen es zu einem Buch, das man wahrlich nicht gelesen haben muss. Wer paranormale Liebesgeschichten nach dem Schema F nicht mag, wird auch mit „Forgotten“ keine Freude haben. Also: Lieber die Finger davon lassen.


Kommentare:

  1. Oje, das Buch habe ich auf dem SuB und mittlerweile habe ich wenig Hoffnungen dafür. Ich fand ähnlich wie Du die Prämisse sehr interessant, aber wenn Stil und Handlung dahinter zurück bleiben und der Klappentext zum interessantesten Teil des Buchs wird, habe ich keine Lust dazu mir das anzutun.

    LG, Katarina :)

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  2. Oh,das hört sich ja gar nicht gut an.
    Die Kurzbeschreibung spricht mich auch eher weniger an.

    LG May

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    1. Wenn dich die schon nicht interessiert, dann lass es lieber :)

      LG

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  3. Uff, das ist ja ein vernichtendes Urteil - aber ich kann deine Enttäuschung sehr gut verstehen, auf platte Charaktere und eine 0815-Lovestory kann ich auch gut verzichten. Schade, dabei finde ich die Grundidee des Buches wirklich genial.
    Nach einigen eher durchschnittlichen Rezensionen war ich schon etwas skeptisch, was das Buch betrifft, aber jetzt fliegt es endgültig von meiner Leseliste. DANKE!

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    1. Ich fand es auch furchtbar schade, aber irgendwie kann man da nix machen :/
      Und gern geschehen ;-)

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  4. Ach, wie recht du doch hast! Damals, als ich das Buch auslas, sah ich das jetzt nicht ganz so krass (ich glaub, ich gab 2,5 Sterne), aber Begeisterung sieht wahrlich anders aus. Und ja, das meiste habe ich tatsächlich schnell wieder vergessen. Dafür hatte die Story einfach zu viele Lücken, (da ging mir das ähnliche Amnesie-Problem im Film "50 erste Dates" schon mehr unter die Haut) und die Lovestory war wirklich sehr gewöhnlich/typisch für solch einen Jugendroman. Instant Love passt! Ich glaube von Cat Patrick würde ich dann wohl auch keine weitere Romantasy/Paranomal Romance lesen wollen. Denn gute Ideen hat sie, aber nachdem ich mit "Die 5 Leben der Daisy West" ähnliche Probleme hatte, bin ich nun mehr als skeptisch. Eine gute Idee macht eben noch lange kein gutes Buch. Schöne & wahre Rezi!

    LG, Reni

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    1. Stimmt, sogar der Film geht mehr unter die Haut, obwohl ich ihn auch nicht sonderlich berauschend fand.
      Von "Die 5 Leben der Daisy West" habe ich bisher auch erst wenig Gutes gehört - und "Forgotten" hat mir den Rest gegeben, da möchte ich nun nichts mehr von der Autorin in die Hand nehmen.
      Aber gut, dass ich das nicht als einzige so gesehen habe :]

      LG

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  5. Ich war damals zu faul, um eine Rezension zu schreiben - also DANKE :P Auch, wenn mir das Buch doch 3 Sterne wert war, so bringst du es ziemlich gut auf den Punk! Die Geschichte hatte so eine grandiose Idee und es steckte einfach nichts dahinter! -.- Scheint der Autorin aber immer wieder zu passieren "Revived" klingt auch so Hammer und ist Forgotten-mäßig, ohne Substanz!

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    1. Haha, bitte bitte :)
      Ja, das habe ich auch schon gehört... Muss man wohl echt nicht lesen. Dabei klingen die Ideen immer so interessant. Wird wohl einfach gut vermarktet :D Und schlecht umgesetzt...

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  6. Uijuijui, ein Schmetterling, das hat es aber ganz schön abbekommen ;) Ist schon ein wenig länger her, dass ich es gelesen hab, aber ich fand es total nett damals. Kann dir jetzt in deinen Kritikpunkten auch nicht widersprechen, aber irgendwie hab ich es trotzdem als angenehme, leichte Unterhaltung ohne viele Probleme (und vor allem Fortsetzungen) empfunden.

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