[Rezension] Sarra Manning - You Don't Have To Say You Love Me

grass-harp | Montag, 1. Oktober 2012 | / |

Titel: "You Don't Have To Say You Love Me"
Autorin: Sarra Manning
Deutscher Titel: "Was sich küsst, das liebt sich"
Reihe: -
Genre: Contemporary, Chic Lit, Romance
Seitenzahl: 560
Erscheinungsdatum: Februar 2011
Verlag: Transworld Publishers
Format: Taschenbuch
Preis: ca. 8,99 €
ISBN: 97805521632932
Wohltäter: Mama & Papa
Sweet, bookish Neve Slater always plays by the rules. And the number one rule is that good-natured fat girls like her don’t get guys like gorgeous, handsome William, heir to Neve's heart since university. But William’s been in LA for three years, and Neve’s been slimming down and re-inventing herself so that when he returns, he’ll fall head over heels in love with the new, improved her.
So she’s not that interested in other men. Until her sister Celia points out that if Neve wants William to think she's an experienced love-goddess and not the fumbling, awkward girl he left behind, then she’d better get some, well, experience.
What Neve needs is someone to show her the ropes, someone like Celia’s colleague Max. Wicked, shallow, sexy Max. And since he’s such a man-slut, and so not Neve’s type, she certainly won’t fall for him. Because William is the man for her… right?
Somewhere between losing weight and losing her inhibitions, Neve’s lost her heart – but to who?

Quelle: Bild, Text





Übergewicht ist heutzutage ein großes Thema in vielen Ländern, nimmt doch dieser Teil der Bevölkerung stetig zu. Es ist also nicht weit hergeholt, dass Sarra Mannings Protagonistin Neve in dem Roman „You Don’t Have To Say You Love Me“ übergewichtig ist. Dabei lassen Titel und Cover zunächst auf einen typischen Chick-Lit-Titel schließen – aber weit gefehlt! In dem Roman dreht es sich um den Kampf einer Frau abzunehmen, sich selbst zu akzeptieren und lieben zu lernen. Und das alles wird erstaunlich berührend und vielschichtig dargestellt.

Neve ist seit mehreren Jahren in denselben Mann verliebt. Das Problem – er befindet sich seit drei Jahren auf der anderen Seite des Atlantiks und ihre einzige Kontaktmöglichkeit sind Briefe und hin und wieder ein Telefongespräch. Dass sie sich nicht sehen, ist für Neve aber gar nicht so schlimm, schließlich hat sie sich zum Ziel gesetzt, bei seiner Rückkehr die Konfektionsgröße 38 tragen zu können und ein paar Erfahrungen in Sachen Beziehung gesammelt zu haben. Blöd ist nur, dass sie einfach nicht den Richtigen für ihre „Freunde mit gewissen Vorzügen“-Beziehung findet und Sex in ihren Augen eher etwas Unangenehmes ist, das man überwinden muss, um zu den romantischen Aspekten in einer Beziehung zu kommen. Frauenschwarm und Playboy Max, der mit ihrer Schwester zusammenarbeitet, scheint für so eine feinfühlige Angelegenheit eher nicht geschaffen zu sein. Aber irgendwie findet Neve für ihn doch keine richtige Alternative...

Neves Persönlichkeit ist anfangs etwas schwer zu ertragen, vor allem wenn man noch sehr wenig über ihre Vergangenheit weiß. Sie hat so gut wie gar kein Selbstbewusstsein, ist lieber allein als in Gesellschaft, macht sich ständig einen Kopf um ihr Aussehen und jammert häufig herum. Sie sammelt also nicht auf Anhieb Pluspunkte, doch wenn man einige Seiten lang mit ihr verbracht hat, wendet sich das Bild schnell. Sie mag schwacher sein als manch andere Protagonistin und hat teilweise etwas zu weichgespülte Vorstellungen, doch irgendwie ist sie auch sehr stark, mit ihrem Durchhaltevermögen und ihren klaren Zielen. Sie ist kompliziert, aber liebenswert und so war es kein Wunder, dass ich den Roman nur verschlingen konnte. Es brauchte zwar etwas länger, bis ich Neve leiden konnte, dafür aber nahm das Mitfühlen, -fiebern und –leiden wesentlich größere Dimensionen an als bei anderen Romanfiguren.

Glücklicherweise kann auch Max mit dieser dreidimensionalen Hauptfigur mithalten. Der erste Eindruck von ihm trübt – ja, er flirtet mit allem, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, und er benutzt auch ziemlich billige Sprüche und ja, manchmal hat er wirklich nur das Eine im Kopf, aber auch bei ihm verbirgt sich unter der Oberfläche noch viel mehr. Auch wenn seine Probleme sehr ernst zu nehmen sind, liegt es auch an ihm, dass es dem manchmal etwas deprimierenden Roman an Witz und Lockerheit nicht fehlt. Hinzu kommt Sarra Mannings Schreibstil, der zwar nicht simpel ist, aber doch sehr angenehm zu lesen und an vielen Stellen vor Wortwitz sprüht.

Bei ihrem Stil und der vielschichtigen Geschichte kann man gar nicht anders als das Buch zu verschlingen. Stellenweise ist das Buch zwar vorhersehbar, aber da es sich hier nicht um einen Thriller handelt, ist das durchaus zu verschmerzen. Viel interessanter sind der Weg, den Neve beschreitet und die Schwierigkeiten, denen sie sich stellen muss. Instant Love und verkitschte Gefühle sind in „You Don’t Have To Say You Love Me“ kaum zu finden, dafür aber wirklich süße Situationen, bei denen dem Leser das Herz aufgeht. Und so kommt es, dass man beim Zuschlagen des Buchs merkt, was man da für einen kleinen Schatz in den Händen hält, den man sich so leicht nicht mehr aus dem Kopf schlagen kann...





„You Don’t Have To Say You Love Me“ ist ein Roman, der sehr vieles zu bieten hat – echte Gefühle, eine gute Portion Ernsthaftigkeit, authentische Figuren, einen lockeren Schreibstil, hier und da ein bisschen Witz und viel Frauenpower, ohne dabei klischeehaft zu wirken. Mich hat Neves Geschichte sehr berührt, sodass ich sie allen weiterempfehlen kann, die einen Roman lesen wollen, der ein bisschen Chick Lit, ein bisschen Motivation, ein bisschen Romantik, ein bisschen Humor und ein bisschen was aus dem wahren Leben zu bieten hat.


Kommentare:

  1. Ich mag YFHTSYLM auch sehr, zusammen mit "Unsticky" hat es mich zu einem Fan von Sarra Maning gemacht.

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    1. "Unsticky" habe ich noch nicht gelesen, das steht aber noch ganz oben auf meiner Liste. Ich kenne von ihr sonst noch "Adorkable", aber das fand ich auch unglaublich toll.

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  2. Ich habe es auf deutsch gelesen und war auch sehr bezaubert von diesem Buch. Ich werde es auch noch einmal lesen und fand es vor allem weil die Geschichte nicht so weit hergeholt war sehr authentisch und auch realitätsnah weshalb ich mich auch ein bisschen mit Neve identifizieren konnt. Ich bin ein Fan der Autorin geworden ;)

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Stimmt, deine Review hatte ich bei goodreads gesehen. Damit hast du wirklich recht; das ganze ist sehr authentisch. Hast du denn noch andere Bücher der Autorin gelesen, bzw. welche wünschst du dir am meisten?

      Liebe Grüße

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    2. Ich habe von ihr, Nine Uses for an Ex Boyfriend gelesen und fand es auch klasse. Mir fehlen noch Unsticky und Adorkable aber die werde ich mir auch noch bald zulegen. Die werde ich dann im Original lesen, weiß noch nicht mal ob es die schon übersetzt gibt ;) ???

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