[Rezension] Maggie Stiefvater - The Raven Boys

grass-harp | Montag, 22. Oktober 2012 | / |

Titel: "The Raven Boys"
Autorin: Maggie Stiefvater
Deutscher Titel: -
Reihe: The Raven Cycle #1
Genre: Jugendbuch, Urban Fantasy, Mystery
Seitenzahl: 454
Erscheinungsdatum: September 2012
Verlag: Scholastic UK
Format: Taschenbuch
Preis: 8,99 €
ISBN: 9781407134611
Wohltäter: Der Kapitän
Blue has spent the majority of her sixteen years being told that if she kisses her true love, he will die. When Blue meets Gansey’s spirit on the corpse road she knows there is only one reason why – either he is her true love or she has killed him.
Determined to find out the truth, Blue becomes involved with the Raven Boys, four boys from the local private school (lead by Gansey) who are on a quest to discover Glendower – a lost ancient Welsh King who is buried somewhere along the Virginia ley line. Whoever finds him will be granted a supernatural favour.
Never before has Blue felt such magic around her. But is Gansey her true love? She can’t imagine a time she would feel like that, and she is adamant not to be the reason for his death. Where will fate lead them?

Quelle: Bild, Text





Mit ihrer Trilogie um die Wölfe aus Mercy Falls hat sie mich verzaubert, bei „The Raven Boys“ war ich gespannt, ob Maggie Stievfater mich in ihrem Bann halten konnte. Ihr wunderschöner und ungezwungener Schreibstil, ihre Kunst Fantasybücher ganz natürlich erscheinen zu lassen und ihre immer etwas unkonventionellen und doch passenden Figuren faszinierten mich. Dennoch war ich skeptisch, ob sie mich mit „The Raven Boys“ ebenfalls würde überzeugen können.

Anfänglich hatte ich ein paar Schwierigkeiten mit dem Buch. Das lag vor allem daran, dass viele Figuren und auch Erzählperspektiven eingeführt werden und man sich erst einmal Klarheit verschaffen muss, was nun wohin gehört. Nichtsdestotrotz beeindruckte mich der Stil wieder auf Anhieb. Ganz problemlos entstehen die von der Autorin beschriebenen Bilder und Situationen vor meinen Augen; dabei klingen die Sätze alle für sich genommen wundervoll, sind aber nicht allzu kompliziert zu lesen. Ihr Stil fühlt sich für mich an, als würde ich zu Hause ankommen – er ist warm, gemütlich und gibt einem dieses ganz besondere Gefühl, an der richtigen Stelle zu sein.

Hat man ein paar Seiten geschafft, werden die verschiedenen Erzählstränge und vor allem Figuren immer leichter einzuordnen. Besonders durch die authentischen und einzigartige Charakterzeichnung ist das relativ einfach. Blue ist anders als viele Jugendbuchfiguren. Da sie in einer Umgebung mit Wahrsagerinnen aufgewachsen ist, die Übernatürliches vollkommen natürlich finden, ist sie in dieser Hinsicht ziemlich nüchtern. Ihr Humor ist sehr trocken, und auch wenn überraschende Ereignisse sie beeindrucken und beschäftigen, lässt sie das nicht auf überdramatische Art und Weise heraushängen. Kurzum: Sie ist eine Figur, mit der man gerne durch die Seiten des Buchs zieht.

Die Raven Boys sind aber auch nicht gerade unansehnlich. Allen voran Gansey, der von bestimmten übernatürlichen Phänomenen fasziniert ist und sie erforscht, trotz des Reichtums seiner Eltern ein uraltes, manchmal nicht funktionierendes Auto fährt, und in nächtlichen, schlaflosen Stunden ein Miniaturmodell der Kleinstadt baut, in der er gerade wohnt. Sein Charakter ähnelt stark einem Haus, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde: von innen uralt und modern zu gleich. Aber auch seine Schwächen hat er, und das macht diesen erst so hell scheinenden Charakter glaubwürdig und realistisch. Auch Ronan ist mir trotz seiner schroffen Art ans Herz gewachsen, zumal seine zynischen Witze einige Höhepunkte des Buchs darstellen. Adam hingegen ist eher ruhig, arbeit hart dafür, dass er gemeinsam mit den anderen die Privatschule besuchen darf, und muss sich mit Problemen herumschlagen, die von der Autorin äußerst authentisch dargestellt werden. Der vierte im Kreise, Noah, blieb für mich zu anfangs etwas blass, doch irgendwann war mir seine sehr stille Art ebenfalls sehr sympathisch.

„The Raven Boys“ beeinhaltet viel Mystik, ein bisschen Esoterik, kaum Romantik, ein wenig Melancholie und natürlich auch eine Prise Fantasy. Diese Mischung hat mir zuweilen eine Gänsehaut beschert; empfand ich sie doch als so gut gelungen. Da fand ich es gar nicht so schlimm, dass sich die Handlung stellenweise etwas in die Länge zieht, wie es für Maggie Stiefvater typisch ist. Und auch die losen Fäden, die die Handlung formen und nicht so richtig (oder zumindest erst sehr spät) zusamenfinden, störten mich nur minimal. Die Geschichte fühlte sich trotzdem richtig an, was nicht zuletzt an der kaum vorhandenen Romantik liegt. Die Figuren lassen es ganz langsam angehen, lernen sich erst einmal besser kennen. Die Autorin hält plötzliche extrem starke Liebe aus ihrem Roman heraus und lässt ihn so noch natürlicher wirken.

Das Ende ist recht offen gehalten – was kein Wunder ist, bei dem sich umherschlängelnden roten Faden –, alte Fragen bleiben und neue kommen auf. Es ist deshalb wohl fast überflüssig anzumerken, dass ich den nächsten Teil ob dieser Spannung und des gelungenen Leseerlebnisses kaum erwarten kann.





Mit „The Raven Boys“ behält mich Maggie Stiefvater in ihrem Bann. Der Roman ist eine fast rundum gelungene Mischung aus authentischen und eigentümlichen Figuren, einer neuartigen und spannenden Handlung und dem für die Autorin charakteristischen traurig-schönen Stil. Von mir gibt es eine eindeutige Empfehlung für Fans von Maggie Stiefvater und solche, die es noch werden wollen!


Kommentare:

  1. Ach, deine Rezension macht so richtig Lust auf dieses Buch :] Werde ich mir auf jeden Fall auf die Wunschliste schreiben. Hoffentlich bietet TBD bald mal wieder eine Prozentaktion an ;)

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    1. Das ist guut :D Ich bin mal gespannt, ob es dir genauso gut gefällt wie mir. Es gab ja auch schon ein paar schlechtere Meinungen zu dem Buch.
      Ich hoffe auch, dass es bald mal wieder so eine Aktion gibt. Die letzte ist schon echt lange her...

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  2. Hach da würde ich ja gleich am liebsten loslegen mit dem Lesen aber ich habe ja "Rot wie das Meer" hier liegen und lasse mir das erst mal auf der Zunge zergehen. Ich finde die Bücher von Maggie Stiefvater einfach klasse. Ich will meeeeeehhhhhrrrrr.......
    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Stimmt, das erscheint ja sehr bald. "Rot wie das Meer" habe ich noch nicht gelesen, es liegt aber auf Englisch hier herum und ich hoffe, dass es auch ein so gutes Buch der Autorin ist. Ich kann dir nur zustimmen, sie ist einfach klasse.... Viel Spaß beim "Rot wie das Meer"-genießen!!

      LG

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  3. Ich geb mir ja wirklich große Mühe stark zu bleiben und noch zu warten, bis die weiteren Bücher erschienen sind (vor allem weil es auch von den Mercy Falls Büchern so einen schönen Schuber gab^^)
    Aber schön zu hören, dass das Buch wieder genauso toll ist, alle ihre anderen haben mich vom Thema her nämlich nicht so angesprochen.

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    1. Das ist ein wirklich schwieriges Unterfangen, was du dir da vornimmst... Bei so einem schönen Schuber lohnt es sich ja auch irgendwie, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das nicht könnte. Trotzdem viel Erfolg beim Stark-Bleiben!

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    2. Ich muss mich jetzt mal dagegen aussprechen, Crini, ich habe das Buch gerade beendet und es war grandios. Der Schreibstil ist einfach... WOW. Demnach empfehle ich dir es doch JETZT zu lesen und dann wenn die Fortsetzungen kommen einfach noch mal :D Schließlich werden das 4 Bücher, die erscheinen bestimmt nur im Jahrestakt, also kannst du erst 2015 mit dem Lesen anfangen. Das sind noch DREI JAHRE. WILLST DU DAS DENN WIRKLICH? :D

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    3. Boah, wie fies bist du denn??? :D
      Aber ich wusste gar nicht, dass das vier werden, hatte einfach mal wieder ne Trilogie angenommen^^
      VLL schnapp ich mir dann einfach mal das ebook, dann kann ich auf nen Schuber warten und muss nicht heulen, wenn es mitten drin irgendwelche Cover-Änderungen gibt *seufz*

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    4. Das muss einfach sein, das Buch ist zu fantastisch, Crini, damit solltest du nicht so ewig warten :D
      Das mit den eBooks ist doch ein guter Plan, obwohl ich sehr hoffe, dass sie das Design so weiterverfolgen, es ist so cool und passend und kein Mädchengesicht ;D
      Ich glaube irgendwo gelesen zu haben, dass Maggie 4 Bücher schreibt, bin aber nur so zu 95% sicher :P

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  4. Ui, ich war schon so gespannt auf diese Rezension!
    Ich liebe Maggie Stiefvaters Schreibstil auch, eben weil er, wie du so treffend schreibst, sich anfühlt, als würde man nach Hause kommen und er sich so traurig-schön liest ... Zusätzlich spricht mich der Plot hier noch mehr an als bei "Rot wie das Meer". Nach dem, was du schreibst, scheinen die hohen Erwartungen erfüllt zu werde - jetzt freue ich mich noch mehr aufs Lesen :-)

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    1. Das ist schön, dass du das auch so siehst. Wirst du denn "Rot wie das Meer" trotzdem irgendwie lesen oder eher nicht?
      Und willst du bei den "Raven Boys" auf die (eventuelle, aber doch sehr wahrscheinliche) Übersetzung warten? Ich wünsche dir schon mal viel Spaß bei der Lektüre :)

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  5. Noooiin, warum findest du das Buch nur so gut??!! *.*
    Es steht zwar längst auf meinem Wunschzettel, aber jetzt möchte es noch mehr. Neuartig klingt nämlich verdammt gut. :P

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    1. Hehehehe, es ist aber auch einfach gut :D Und so anders, wie ich finde. Die Mischung ist mir bisher noch nie so begegnet... Wirklich toll. Ich hoffe ja, dass es dir dann genauso gut gefallen wird (wenn du es irgendwann liest :P )

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