[Paper Snippets] 3 Kurzrezensionen

grass-harp | Montag, 8. Oktober 2012 | / / / |
... diesmal mit: Vanessa Diffenbaugh, Jay Asher und Carolyn Mackler und Sarah Ockler.

[Paper Snippets] sind Kurzrezensionen, die ich zu Romanen schreibe, über die ich nicht allzu viel zu sagen habe. Manchmal fehlen einem einfach die Worte, man hat nicht viel auszusetzen oder einfach keine Lust auf eine ausführliche Rezension.

Vanessa Diffenbaugh - "Die verborgene Sprache der Blumen"


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Hoch gelobt wird dieses Buch, wenngleich es nicht ganz so bekannt ist wie andere. Mich machte besonders der Fakt neugierig, dass Victoria ihre Kindheit und Jugend in Pflegefamilien und Kinderheimen zugebracht hat. Wie es wohl sein muss, auf diese Art und Weise aufzuwachsen und wie es einen als Menschen prägt?, fragte ich mich, bevor ich das Buch begann. Dass sie sich nur über die Sprache der Blumen ausdrücken kann, die heutzutage kaum jemand mehr versteht, war ein interessanter Nebeneffekt, aber nicht mein Hauptinteresse an dem Buch.
Tatsächlich ist der Roman ganz schön hart in bestimmten Punkten. Victoria kennt kein richtiges zu Hause und familiären Rückhalt; Liebe und Nähe sind ihr fast gänzlich fremd. Anfangs fand ich es noch sehr interessant, mitzuerleben, wie sie sich durchs Leben schlägt, wie sie viele Grausamkeiten hinnehmen muss und diese sie beeinflussen. Dabei wird die Geschichte auf zwei Ebenen erzählt – Victorias Vergangenheit und der Gegenwart, in der sie viele Ereignisse aus der Vergangenheit häufig heimsuchen. Es ist spannend, mitzuerleben, wie sie sich durch die Blumen ausdrückt und doch so missverstanden wird.
Leider war mir aber irgendwann die Entwicklung etwas zu rasant und die Figuren konnten mich kaum berühren. Es gibt Autoren, die ihren Lesern selbst die schwierigsten Figuren nahe bringen und sie zum Mitfiebern anregen können. Das war hier nicht der Fall, denn irgendwann verstand ich Victorias Verhalten nicht mehr, noch viel weniger aber das Verhalten der Figuren ihr gegenüber. Mir war das Buch zu laut, zu viel von Missverständnissen und Dramatik geprägt, zu sehr auf die Vergangenheit konzentriert. Der Schreibstil ist okay, aber meiner Meinung nach nichts ganz besonderes und so war dieses Buch für mich interessant, aber nichts Überwältigendes.



Jay Asher & Carolyn Mackler: "The Future of Us"


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Anders als in vielen Zeitreisenromanen wird hier im Jahr 1996 über Facebook ein Blick in die Zukunft geworfen. Dabei setzen sich die Autoren kritisch mit der Plattform auseinander, ohne dass man auf jeder Seite moralisch zugetextet wird. Josh und Emma sind gut skizzierte Hauptfiguren, mit denen man sich identifizieren kann, was nicht zuletzt am Schreibstil liegt, der zu den beiden Erzählern passt Einzig Emma hat das Talent, dem Leser manchmal auf die Nerven zu gehen, mit ihrer selbstbezogenen Art, doch irgendwie ist es zu verschmerzen, schließlich ist nicht jeder Mensch perfekt.
Dass man den Blick nicht zu weit in die Zukunft richten, sondern sich lieber im Hier und Jetzt aufhalten sollte ist genauso ein wichtiger Aspekt der Geschichte, wie der Blick von außen auf eine Internetseite die mittlerweile zum zentralen Punkt für viele Menschen geworden ist. Unterhaltsam, neuartig und nicht zu oberflächlich – für alle Fans von Contemporary YA!



Sarah Ockler: "Fixing Delilah"


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Zum Sommer gehören auch ein paar Sommerbücher und da es in „Fixing Delilah“ um mehr als bloß eine Sommerliebe geht, zögerte ich mit dem Buch nicht lange. Delilah ist keine ganz gewöhnliche Hauptfigur, was sowohl gut als auch schlecht ist. Sie hat ihre Ecken und Kanten, was sie sehr authentisch macht, doch gerade diese Fehlerchen haben mich hin und wieder davon abgehalten, ganz in der Geschichte versinken zu können. Sie war für mich stellenweise einfach nicht zu verstehen. Dafür wuchs meine Faszination für Patrick aber mit jeder Seite und auch die Geschichte um den Tod der Großmutter und das damit verbundene Familiengeheimnis gefielen mir sehr gut. Besonders letzteres macht das Buch tiefgründiger als gedacht, denn es handelt sich dabei nicht um das typische Klischee und die Autorin geht sehr sensibel mit dem Thema um.
Weniger gut gefallen haben mir Delilahs Überlegungen zum Ende hin. Dort macht sie sich Gedanken über den Sommer und die Metaphern der verschiedenen Situationen. Ich kann es nicht leiden, wenn mir ein Autor seine Absichten in einem Buch erklärt, weil ich mich viel lieber selber darüber Gedanken mache. Insgesamt ist „Fixing Delilah“ aber ein gelungenes Buch, das ich durchaus weiterempfehlen kann.



Kommentare:

  1. Paper Snippets, sehr schön :)

    Lustigerweise sehe ich das mit Delilah und Emma genau umgedreht. Emma ging mir total auf die Nerven und ich konnte ihre selbstbezogene Art überhaupt nicht verschmerzen. Delilah wiederrum fand ich gut zu ertragen und auch ihre Fehltritte recht leicht wegzustecken ;D

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    1. :]
      Ich fand Delilah jetzt auch nicht so schlimm, fand Emma aber leichter zu ertragen. Woran das jetzt genau liegt, kann ich allerdings auch nicht wirklich sagen x)

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  2. Eine ganz tolle Idee... ich liebe diese kleinen feinen Kurzrezensionen obwohl ich so gut wie nie welche schreibe weil ich mich einfach nicht kurz fassen kann.
    Ich fand es ganz klasse diese drei kleinen Meinungen zu lesen und habe jetzt schon ein Buch gefunden das ich mir mal genauer ansehen werde.
    Tolle Idee und ganz liebe Grüße
    Jessi

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    1. Ich habe in letzter Zeit einfach immer weniger Zeit und Lust, manche Bücher zu rezensieren. Vor allem, wenn ich nicht allzu viel zu sagen habe zu manchen Büchern, ist es ja irgendwie unnötig, die Rezensionen langzuziehen, deshalb hab ich mir hier eher etwas kurzes und knappes überlegt :] Freut mich aber, dass dir das zusagt.
      Welches Buch wirst du dir denn mal genauer ansehen?

      Liebe Grüße

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    2. "The Future of us" reizt mich schon etwas länger, vorallem wegen Jay Asher.
      Aber noch wanke ich und bin etwas skeptisch.... hmmmmm

      LG Jessi

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  3. Da ging es uns ja dann leider ähnlich mit "Die verborgene Sprache der Blumen" :/ Ich weiß noch, ich hatte so hohe Erwartungen daran und hatte mich sehr auf das Lesen gefreut. Als das Buch dann in der Hand hatte, konnte es mich überhaupt nicht "erreichen". Der Stil ist auf keinen Fall schlecht, aber ich habe leider überhaupt keinen Zugang zu den Charakteren gefunden, irgendwie hat mich alles total kalt gelassen ...
    "Fixing Delilah" klingt interessant, ich denke, das werde ich im Auge behalten!

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    1. Ja, ziemlich schade irgendwie. Ich dachte auch, es würde mich mehr begeistern können. Ich fand es auch einfach irgendwann zu übertrieben und dramatisch, da verschließe ich mich dann irgendwie immer gegen :/

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