[Rezension] Melina Marchetta - Froi of the Exiles

grass-harp | Montag, 2. Juli 2012 | / |
A C H T U N G !
Zweiter Band einer Reihe - enhält Spoiler!


Titel: "Froi of the Exiles"
Autorin: Melina Marchetta
Deutscher Titel: -
Reihe: The Lumatere Chronicles #2 (zu Teil 1)
Genre: Epische Fantasy, Abenteuer, Liebe
Seitenzahl: 598
Erscheinungsdatum: März 2012
Verlag: Candlewick Press
Format: Hardcover
Preis: ca. 14,90 € €
ISBN: 9780763647599
Wohltäter: Der Kapitän

Three years after the curse on Lumatere was lifted, Froi has found his home . . . or so he believes. Fiercely loyal to the Queen and Finnikin, Froi has been taken roughly and lovingly in hand by the Guard sworn to protect the royal family, and has learned to control his quick temper with a warrior's discipline.
But when he is sent on a secretive mission to the kingdom of Charyn, nothing could have prepared him for what he finds in its surreal royal court. Soon he must unravel both the dark bonds of kinship and the mysteries of a half-mad princess in this barren and mysterious place. It is in Charyn that he will discover there is a song sleeping in his blood . . . and though Froi would rather not, the time has come to listen.

Quelle: Bild, Text





Epische Fantasy – ist das nicht das Genre, das ich normalerweise nicht so gerne mag?! Aber wie kann es dann sein, dass eins meiner Lieblingsbücher eindeutig in diese Abteilung gehört?! Wie kann es sein, dass ich die Fortsetzung dieses Buchs ebenso schätze?! Ganz einfach: Melina Marchetta hatte wieder ihre Finger im Spiel. Keins ihrer Bücher konnte mich bisher enttäuschen – im Gegenteil, ich war stets begeistert – und auch bei „Froi of the Exiles“, ihrem neuesten Buch und Teil 2 der „Lumatere Chronicles“, ist das nicht anders.

Schon der erste Band, „Finnikin of the Rock“, überraschte mich mit seinen sehr realistischen Darstellungen, seinem Hang zu politischen und ethischen Themen, seinen einzigartigen Figuren und der Gefühle, die dieses Buch in mir auslöste. Von „Froi of the Exiles“ versprach ich mir nichts anderes, wenngleich Finnikin, der zu meiner Lieblingsfigur wurde, dort nur eine kleine Rolle spielt. Darüber hinaus war ich skeptisch, ob ich mit Froi warm werden könnte, nach den Ereignissen in „Finnikin of the Rock“.

Ich war überrascht, als ich schon nach wenigen Seiten bemerkte, wie gut es mir gefiel, so viel über Froi zu erfahren. Man liest zwar stets aus der Sicht des personalen Erzählers; es wird sich jedoch vor allem auf Froi und seine Gedanken konzentriert. Schon nach kurzer Zeit erlangt diese Figur eine unglaubliche Tiefe, sodass ich gar nicht anders konnte, als mit ihm zu fiebern. Froi ist keine typische Hauptfigur; er ist kein Prince Charming, handelt meist schneller als er denkt und hat wenig Respekt und Höflichkeit für andere Menschen übrig. Warum er so ist, wie er ist, erfährt man aber im Laufe des Buchs und versteht es auch. Dabei verzichtet Melina Marchetta jedoch völlig auf Verweichlichung seines Charakters. Froi bleibt Froi, aber ein Blick in seinen Kopf bewirkte, dass sich meine Meinung über ihn um 180 Grad wendete. War ich anfangs noch skeptisch, so gehört er mittlerweile wohl zu meinen Lieblingsfiguren.

Aber auch andere Figuren, die auf den ersten Blick suspekt scheinen, werden nach und nach zu faszinierenden Protagonisten. Melina Marchettas Charakterzeichnung ist unglaublich. Selbst Figuren, denen ich stellenweise am liebsten eine geknallt hätte, beeindruckten mich auf Grund ihrer Individualität und Authentizität. Quintana, die ich anfangs einfach abstoßend fand mit ihrer unmöglichen Art und Weise, wuchs mir schließlich doch ans Herz. Als Leser wird man von der Autorin regelrecht vorgeführt, denn während des Lesens verändert sich die Wahrnehmung vieler Dinge fast auf radikale Art und Weise.

Da Froi den Auftrag bekommt, in Charyns Hauptstadt zu reisen, wechselt Melina Marchetta ab und zu die Perspektive, damit man über den Fortschritt in Lumatere informiert wird. Es ist drei Jahre her, seitdem der Fluch, der auf dem Land lastete, gebrochen wurde. Das Land befindet sich noch immer im Aufbau – und obwohl Frieden herrscht, gibt es noch immer viele Schwierigkeiten und Hürden, die bewältigt werden müssen. So lernt man in „Froi of the Exiles“ auch Lucian und Beatriss, sowie andere Figuren aus Lumatere, besser kennen.

Wer glaubt, dass die Figuren die einzige Stärke des Buchs seien, liegt eindeutig falsch. Der fast 600 Seiten starke Roman langweilte mich an keiner Stelle. Wenn es nicht gerade darum geht, etwas aufzudecken oder zu ergründen, befinden sich die Figuren auf einer abenteuerlichen Reise, müssen mit persönlichen Differenzen klar kommen oder sonstige Dinge erledigen. Dennoch sollte man sich davon nicht beirren lassen. In diesem Roman folgen die wichtigsten Ereignisse nicht Schlag auf Schlag, sodass Leser, die besonders spannungsgeladene Bücher bevorzugen, auf diesen 600 Seiten die eine oder andere Durststrecke vorfinden könnten. Mir persönlich gefiel diese Mischung aber außerordentlich gut, denn so fühlte sich die Geschichte für mich noch realer an.

Zusammengehalten wird das Ganze von Melina Marchettas wundervollem Stil. Angepasst an den Roman, ist ihr Stil hier eher altmodisch, jedoch nie trocken, denn Handlung, Gedanken, Beschreibungen und Dialoge halten sich die Waage. Insbesondere die Dialoge sind sehr glaubwürdig aufgebaut und, wie bereits in „Finnikin of the Rock“, könnte ich mir auch aus „Froi of the Exiles“ gefühlt hunderte Zitate herausschreiben.

Besonders an diesem Roman beeindruckt mich aber vor allem wieder, dass er nicht rein handlungs- oder figurenorientiert ist. Wichtige Themen werden angesprochen und bringen den einen oder anderen Gedankenanstoß. Urteile, die man als Leser im ersten Teil gefällt hat, werden hier angezweifelt, da man eine andere Perspektive auf Lumatere, Charyn und deren Geschichte bekommt. Ich bin wahrlich beeindruckt, wie viele Aspekte – zum Beispiel die differenzierte Wahrnehmung vergangener Ereignisse – hier von Melina Marchetta angesprochen und so glaubwürdig transportiert werden. „Froi of the Exiles“ ist wie sein Vorgänger nicht bloße Unterhaltung, sondern weitaus mehr als das.





„Froi of the Exiles“ ist ein würdiger Nachfolger für „Finnikin of the Rock“. Authentische Figuren, ein passender und schöner Schreibstil, viele spannende Wendungen in der Handlung, sowie der Bezug zur Realität, machten die Stunden mit diesem Buch für mich zu ganz besonderen. Den dritten Teil, „Quintana of Charyn“ kann ich momentan kaum erwarten.

Leser, die den ersten Teil mochten, sollten „Froi of the Exiles“ auch auf jeden Fall lesen! Auf Grund der Länge des Romans, sollte man aber die richtige Zeit abwarten, um es zu lesen. Wer die Reihe noch nicht kennt... Schaut sie euch bitte, bitte unbedingt an! Für mich ist es bisher eine der besten Fantasy-Reihen, die es gibt.


Kommentare:

  1. Hallo Hannah! :)

    Ich habe mal eine Frage an dich..
    Und zwar wegen dem "weiterlesen" - Button.
    Habe dich ja schon einmal gefragt, wie man das macht ;)

    Mitlerweile bekomme ich diesen Seitenumbruch hin, aber nur mit dem einem Text von Blogger "Weitere Informationen", den ich auch umbenennen kann. Aber ich würde gerne ein Logo/ Bild benutzen, also so weiterleiten, wie auch du das machst, weil ich das einfach schöner finde. Aber wie? XD

    Hoffe ich nerve nicht :P
    Liebe Grüße!
    Jenny

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    1. Kein Problem (:
      Ich hab einfach "read more blogger customize" gegoogelt und da kriegt man Seiten, wo das erklärt wird, wie zum Beispiel diese hier: http://www.allblogtools.com/tricks-and-hacks/customize-blogger-read-more-jump-breaks-links-with-image-buttons-text-and-alignment/

      Liebe Grüße
      Hannah

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    2. Super :)
      Vielen, lieben Dank :P

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  2. Du machst mich wirklich neugierig mit deinen Rezensionen :D Wie immer! Ich denke, das wandert jetzt mal auf meine Wunschliste. :)

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    1. Hihi, das ist gut :D Aber lies unbedingt zu erst den ersten Teil "Froi of the Exiles"/ "Winterlicht"! Sonst bringt dir der Band hier nur Kopfschmerzen xD

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  3. Jaaaaa, kannn kaum die deutsche Übersetzung abwarten.

    Mein absolutes Lieblingsbuch " Winterlicht"

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  4. Hi Hannah,
    hier wollte ich doch schon gleich nachdem du die Rezi eingestellt hast kommentieren! Aaaalso, ich habe "Winterlicht" vor etwas über einem Jahr gelesen. Hat mir gut gefallen, auch wenn es nicht ganz einfach und anspruchsvoll war (ich fand, dass man schon im Prolog, bzw. ersten Kapitel mit Namen, Völkern und Begriffen wie "Die fünf Tage des Unsagbaren", usw.. überhäuft wurde). Zum Glück kann ich sowas als High Fantasy Fan ganz gut ab :-) Respekt, dass du die Bücher auf Englisch liest! Wann und ob dieser Teil auf Deutsch veröffentlicht wird, ist mir noch gar nicht bekannt. Zum Glück war Winterlicht soweit abgeschlossen.
    Ein schönes WE für dich!
    Damaris

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