[Rezension] Victoria Schlederer - Fortunas Flug

captain cow | Samstag, 24. März 2012 | / |






Klappenbroschur | 480 Seiten
Erschienen am 12. März 2012
im Heyne Verlag
Preis: 14,99 € | Leseprobe
ISBN: 978-3-453-52763-8







Wien 1913: Klatschkolumnistin Stella Schönthal ist eigentlich nur dem neuesten Skandal der Wiener K.-u.-k.-Gesellschaft auf der Spur, als sie Zeugin einer Bluttat wird. Der geniale Konstrukteur des Luftschiffes „Fortuna” nimmt sich vor ihren Augen das Leben. Neugierig beginnt Stella Nachforschungen anzustellen. Hängt sein Tod mit dem bevorstehenden Jungfernflug der „Fortuna” zusammen? Welches Geheimnis umgibt das Luftschiff? Und was will der mysteriöse Graf Trubic von Stella? Ihre Ermittlungen führen sie bis nach Prag und schließlich über die Grenzen unserer Welt hinaus ...


A C H T U N G! 
Die Rezension kann Spoiler auf Band 1 - "Des Teufels Maskerade" - enthalten.



Da mir Victoria Schlederers Erstling „Des Teufels Maskerade“ so gut gefallen hat, war es für mich keine Frage, dass ich auch irgendwann „Fortunas Flug“ in den Händen halten würde. Dennoch passiert es in letzter Zeit immer öfter, dass der zweite Teil einer Buchreihe qualitativ hinter dem ersten zurückbleibt. Ich befürchtete, dass sich dieses Phänomen auch auf „Fortunas Flug“ übertragen hatte - doch meine Skepsis konnte ich ganz schnell wieder verwerfen.

In „Fortunas Flug“ reisen wir erneut zurück an den Anfang des 20. Jahrhunderts. Zu Großteilen spielt sich die Handlung diesmal in Wien ab und es gilt wieder, einen magischen Fall zu lösen, der die Politik der k.-u.-k.-Monarchie in Österreich beeinflussen kann. Erneut vermochte mich diese Verschmelzung von Realität und Fantasie zu faszinieren, zumal die Problematik eine völlig andere ist. Die Geschichte wiederholt sich also nicht, bleibt aber trotzdem ähnlich spannend, skurril und amüsant wie in „Des Teufels Maskerade“.
Viele altbekannte Charaktere tauchen auf, aber auch neue Gesichter lernt man kennen. Allen voran die Hauptfigur Stella Schönthal: Klatschkolumnistin, Gesellschafterin und von notorischer Neugierde geprägt. Es brauchte kaum ein paar Seiten, bis sie vor meinem inneren Auge zum Leben erwachte und ich mit ihr fieberte. Ihr trockener Humor, sowie ihre praktische Art zu denken, machen Stella Schönthal zu einem Charaktertypen, dem man in anderen Büchern sonst eher weniger begegnet.

Aber nicht nur aus Fräulein Schönthals Perspektive bekommt der Leser die Geschichte geschildert. Anstelle von Briefen, die die Handlung unterbrechen, gibt es diesmal auch einen zweiten Erzähler: Graf Felix Trubic. Schon im ersten Band gefiel mir diese Figur außerordentlich gut, weshalb ich mehr als erfreut war, ihn hier als Erzähler wiederzufinden. Seine zynische Art amüsierte mich beim Lesen jedes Mal aufs Neue. Davon abgesehen empfand ich es aber auch als interessant, die Dinge aus seiner Sicht zu sehen.
Insgesamt lässt sich zu den Figuren wieder eines sagen: Sie wirken erschreckend echt, mit ihren guten und schlechten Seiten, und es ist beinahe unmöglich, sich nicht für sie zu begeistern.
Ganz besonders toll ist auch wieder der Schreibstil. Victoria Schlederer schafft es erneut, der historischen Kulisse sowie den skurrilen Figuren damit Leben einzuhauchen. Die Geschichte verwandelt sich dadurch in ein lückenloses Kopfkino, das ich stellenweise gerne zurückgespult habe, nur weil mich die Szene und die Schilderung dieser derartig beeindruckt haben.




„Fortunas Flug“ ist zwar anders als sein Vorgänger, kann sich aber definitiv mit ihm messen. Inmitten der Massen von aktuellen Fantasybüchern sticht dieser Roman eindeutig hervor, vor allem durch seine unkonventionelle Handlung und den anspruchsvolleren Schreibstil. Mir machte die Lektüre von „Fortunas Flug“ wieder außergewöhnlich viel Spaß, was nicht zuletzt an den beeindruckenden Charakteren lag. Weiterempfehlen kann ich das Buch auf jeden Fall an alle, die „Des Teufels Maskerade“ bereits gelesen haben – wer von Victoria Schlederers Büchern allerdings noch keins gelesen hat, der sollte sich schleunigst ranhalten! Von mir gibt es wieder volle Punktzahl.



Ich bedanke mich herzlich beim Heyne Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Kommentare:

  1. Ich habe mir diese Woche den ersten Band in der Reihe gekauft und bin schon sehr gespannt, ob mir das Buch auch so gut gefallen wird.

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    1. Aw, da bin ich aber auch sehr gespannt. Viel Spaß beim Lesen!

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  2. Bis zu deiner Rezension wusste ich gar nicht, dass das Buch der zweite Teil zu "Des Teufels Maskerade" ist ... Danke für die Information :-)
    Meinst du, man muss den ersten Band gelesen haben, um diesen hier zu verstehen? Irgendwie reizt mich "Fortunas Flug" mehr als der erste Roman der Autorin.

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    1. Nichts zu danken :)
      Gelesen haben muss man ihn nicht, um "Fortunas Flug" zu verstehen. Allerdings versteht man einen Teil der Charaktere, ihre Geschichte und ihre Beziehungen zueinander viel besser, wenn man auch den 1. Teil kennt :)

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    2. Ah ok, danke :-) Dann weiß ich jetzt, welchen der beiden Romane ich zuerst lesen werde!

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  3. hach, ich will auch :D

    oh mist, bei meiner rezension hab ich wohl aus versehen den letzten abschnitt von "meiner meinung" gelöscht O.O danke fürs aufmerksam machen! mist, dass ich das textdokument nicht abgespeichert hab -_-

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    1. Oh jaa :D :D solltest du auch :D

      Keine Ursache :D

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